10 Februar 2015

Eine Masterclass im Filmemachen von Wim Wenders

By Danny Kelly | Categorised in Allgemein

Wim Wenders war einer der Hauptvertreter der Bewegung des „Neuen deutschen Films“ in den 1970er Jahren und ist auch heute noch einer der großen Vordenker des Kinos. Wenders hat ca. 50 Spielfilme gedreht und für seinen Film „Der Himmel über Berlin“ in Cannes die Auszeichnung für die beste Regie erhalten. Außerdem erhielt Wenders auf der diesjährigen Berlinale den Goldenen Ehrenbären und brachte seinen neuesten Film „Every Thing Will Be Fine“ mit.

Besetzt mit Stars wie James Franco, Charlotte Gainsburg und Rachel McAdams erzählt „Every Thing Will Be Fine“ auf sorgfältige und genaue Weise eine Geschichte von Schuld und der Suche nach Vergebung nach einem tragischen Unfall. In diesem außergewöhnlichen Spielfilm ändert sich das Leben unterschiedlicher Personen für immer. Besonders stark spielten die Hauptdarsteller Franco und Gainsburg. Eine erfolgreiche Drehbucharbeit leistete dabei Benoit Debie.

Sehen Sie sich den Trailer an:

Wir haben mit Wenders während seines Aufenthalts auf dem Berlinale Talent Campus gesprochen und diese Liste inspirierender Tipps für Filmemacher und Filmfans zusammengestellt:

Das Drehbuch

Seien Sie offen für Inspiration von allen Seiten und aus jedem Blickwinkel. Einmal lag ein Drehbuch in meiner Post. Absender war ein junger norwegischer Autor, dem ich bei Sundance eine Auszeichnung verliehen hatte, Björn Olaf Johannessen. Ich hatte ihn gebeten, mir das nächste Drehbuch zu senden, das er schreiben würde, und ein paar Jahre später tat er das. Fünf Jahre danach drehten wir.

Die Musik

Die Musik für „Every Thing Will Be Fine“ schrieb Alexandre Desplat und er dirigierte sie selbst. Er hat eine Musik komponiert, von der ich nur träumen konnte. Er muss meine unbewussten Wünsche verstanden haben, denn er schuf genau die Stimmung, die mir vorgeschwebt war. Ohne dass ich ihm je davon zu erzählen brauchte.

Warum ich in 3D gedreht habe

Mit 3D lässt sich für die zugrunde liegenden Emotionen eine vollkommen andere Dimension kreieren, fast wie so eine Art Vergrößerungseffekt. Der Dreh in 3D gab mir die Möglichkeit, die Seele von Thomas (gespielt von James Franco) zu offenbaren, so dass sich die Zuschauer dem Charakter näher fühlen.

Finden Sie einen Weg, im Film Ihre Wahrheit zu zeigen

In „Every Thing Will Be Fine“ wollte ich einen Heilungsprozess darstellen. Der Charakter Thomas muss seine Schuldgefühle überwinden und sogar Verantwortung für Fremde übernehmen. Heilen ist eine Form des Lebens, aber der Heilungsprozess ist oft nicht so leicht sichtbar.

Was andere über ihn sagen:

James Franco: Er hat uns Raum gegeben, unseren jeweiligen Charakter weiterzuentwickeln. Gleichzeitig hatte ich aber immer das Gefühl, dass ich unterschwellig von ihm gesteuert wurde und immer einen von Wenders genau so gewollten Charakter spielte. Ihm ist es sehr wichtig, genau nach Plan vorzugehen, immer im Zentrum der Dinge zu stehen und mit allen Abteilungen Kontakt zu halten. Ich werde noch einmal mit ihm zusammenarbeiten.

Charlotte Gainsburg: Ich fühlte mich sehr geehrt, mit Wim zusammenzuarbeiten. Er formte den Charakter und vermittelte mir eine andere Vision als die, die ich vorher hatte. Er nahm mich an einen neuen Ort mit, und das ist jedes Mal sehr inspirierend.

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„Every Thing Will Be Fine“ kommt im Jahresverlauf 2015 in die Kinos und läuft auf der diesjährigen Berlinale außer Konkurrenz.

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